St. Johanner Ostergrab

Das ST. JOHANNER „HEILIGE GRAB“   –   RESTAURIERUNG UND AUFSTELLUNG

Das erfreulich große, positive Echo, dass die Restaurierung und die Wiederaufstellung des „HEILIGEN GRABES“ von St. Johann in Tirol hervorrief, weckte in den St. Johanner Bürgern auch Interesse nach der Vergangenheit des Werkes und vor allem, warum es so lange nicht mehr aufgestellt wurde.
 
Das Aufstellen des großen „HEILIGEN GRABES“ von St. Johann in Tirol war immer schon eine anspruchsvolle Aufgabe, die auch große Kosten verursacht hat.
 
Um 1820, zum 100-jährigen Jubiläum der Pfarrkirche, haben die St. Johanner Bürger sich und ihrer Kirche ein großartiges Geburtstagsgeschenk gemacht.

Bei Arnold dem Älteren, einem der Besten seiner Zeit, wurde ein HEILIGES GRAB in Auftrag gegeben. Nicht nur qualitätsvoll musste es sein, sondern auch so groß wie möglich. Es sollte die ganze Kirche ausfüllen. So entstand mit 11 Metern Höhe und  9,5 Metern Breite mit über 50 einzelnen Kulissen plus Gerüst, eines der größten und wertvollsten Heiligen Gräber Tirols.

Als das Werk eintraf, ergab sich damit das erste Problem, wo wird es gelagert?
Vielleicht hat man es früher im Dechantstadl, der befand sich dort, wo jetzt der BTV Parkplatz ist, unterbringen können. In den letzten 60 Jahren war es auf alle Fälle im Raum unter der Empore. Wer den Raum und die Zubringung dazu kennt, die steile Stiege hinauf und dann nur eine 1,60 m hohe Türe, kann sich kaum vorstellen, wie dies abgewickelt werden konnte. Allein die Teile hinein- und herausbringen war schon eine schwere Arbeit, die die Zimmerleute da leisten mussten.

So konnte es nicht ausbleiben, daß bei jeder Aufstellung Teile mehr oder weniger beschädigt, und die Kulissen immer weniger wurden. In diesem Zustand konnte das „HEILIGE GRAB“ nicht mehr aufgestellt werden, außerdem: Keine Arbeit, keine Kosten, keine Probleme.
 
Dann spielte natürlich auch der Zeitgeit eine Rolle: So fand man während des Krieges andere Dinge wichtiger. Dann kamen die Fünfziger Jahre, wo die „Neuerer“ damit nichts anfangen konnten. Beim St. Johanner HEILIGEN GRAB war nicht mehr viel Zusammenpassendes vorhanden. Und was da war, war in einem erbärmlichen Zustand. So war der Druck aufs Ostergrab für die Pfarrer sicher nicht groß.

Es wurden verschiedene kleine Anläufe genommen: Manchmal wurden auf den Seitenaltären Teile aufgestellt. Aus Kulissenteilen, wie jetzt noch zweifelsfrei feststellbar ist, wurde das Grab angefertigt. Auch im Aufbahrungsraum wurde das Ostergrab schon aufgestellt. So ganz wollte man sich doch nicht verabschieden.
 
Inzwischen war eine Wiederbelebung im ganzen Land feststellbar. Man will die heilsgeschichtlichen Wahrheiten am HEILIGEN GRAB augenscheinlich und handgreiflich darstellen.

Die Darstellung des Begräbnisses wird zur Erinnerung an die Bedeutung des Leidens erweitert, eine glorreiche Passion, durch die wir erlöst wurden. Dahinter leuchtet das Ostergeheimnis auf. Festliche Lichter um das Grab, leuchtend-farbige Kugeln, sollen die Osterfreude schon während der Grabesruhe Christi aufscheinen lassen. Eine eindrucksvolle Gelegenheit, dem Volk die katholische Lehre von der Gegenwart des Herrn im Altarsakrament einzuprägen.

Josef Andreas Jungmann, der bedeutenste Liturgiker unserer Zeit, unterstreicht dies, wenn er sagt: „Es wäre voreilig und unklug angesichts der Neuordnung von 1955, das HEILIGE GRAB als unliturgisch beiseite zu schieben“ und betont die Bedeutung des Volksglaubens und die Gefahr des Traditionsverlustes, wenn er wie Bischof Reinhold Stecher sagt: „Der Mensch kann ohne Tradition kein Mensch sein.“

Durch die starke Bedeutung, die dem Volksglauben durch unseren Papst Benedikt XVI. zugesprochen wird, hat die Kirche den „HEILIGEN GRÄBERN“ wieder einen hohen inhaltlichen Stellenwert gegeben und unterstreicht die Notwendigkeit unserer Maßnahmen auch von dieser Seite.
 
Mit den Männern des Marktbauamtes wurden diese Teile vom Emporenraum herausgenommen und im großen Dachboden der Volksschule aufgelegt. Hier konnte von den Fachleuten, Bundesdenkmalamt, Prof. Ghezzi und anderen dann festgestellt werden, dass zwar viel fehlt, die besonders wichtigen Teile jedoch vorhanden sind und das Werk von Arnold dem Älteren stammte.
In Verbindung mit dem vorhandenen „Jöchlerfoto“ aus den fünfziger Jahren, ist eine Rekonstruierung nicht nur möglich, sondern auch empfehlenswert.
 
Sollte die einheimische Bevölkerung ein Drittel der notwendigen Gelder aufbringen, würden bei dieser Qualität, sich Bund und Land mit je einem Drittel daran beteiligen. Trotzdem brauchte es schon viel Gottvertrauen, Begeisterung und Bereitschaft, hinter diesen armseligen Resten das fertige HEILIGE GRAB zu erkennen und zu restaurieren. Aber wir hätten es auch versucht, wenn nur das Foto dagewesen wäre. Mit Prof. Ghezzi, dem Restaurator von Pfarrkirche, Antoni und Einsiedelei, waren und sind wir künstlerisch in den besten Händen. Auch die Finanzierung war und ist mit den Zusagen von Marktgemeinde, Bund und Land und Spenden im überschaubaren Rahmen.
 
Für den Museums- und Kulturverein, dem die Durchführung übertragen wurde, war es eine Verpflichtung und Herausforderung. Jetzt wurde noch die „Dechant Geign“, das Häusl hinter dem Dechanthof, unter Mithilfe von Pfarre, Marktgemeinde, Bund und Land zur perfekten Lagerstätte ausgebaut.
Mit einem Aufwand von € 80.000,-- wurde in den letzten Jahren das Werk wieder renoviert und restauriert. Nun erstrahlt es schöner als wir es je gesehen hatten.
 
Alle leuchtendnen Glaskugeln hatten wir von der Firma Riedel Glas in Kufstein kostenlos erhalten. Die notwendigen Transporte dafür führte die Spedition Huber aus St. Johann ebenso kostenlos aus, wie Sie dies bereits seit über 30 Jahren für alle Renovierungsgüter von Salzburg nach St. Johann in Tirol tat.

Da durch die Aufstellung des „HEILIGEN GRABES“ der kirchliche Ablauf nicht gestört werden soll und die ganze Kirche zum Auflegen der Kulissen und des Gerüstes gebraucht wird, ist der Zeitdruck immer vorhanden und auch die Zeit der 20 freiwilligen Helfer ist begrenzt. Wir haben das Glück, diese notwendigen Personen, Schützen, Marktgemeinde und Helfer ohne Probleme zu bekommen.
Die Leute wissen aber auch, wie sehr wir das schätzen, es nicht als Selbstverständlichkeit sehen und dafür sehr dankbar sind.
 
Bei aller Freiwilligkeit ist unser „Heiliges Grab“ zu groß, die Arbeit zu schwierig und auch zu wertvoll, um ohne die entsprechenden Facharbeiter auszukommen. Ohne beispielsweise die „Zimmerer“ geht gar nichts.
 
2008 wurde das „HEILIGE GRAB“ zum dritten Mal aufgestellt. Wieder sind einige Ergänzungen dazugekommen. Wir lernen bei jeder Aufstellung etwas dazu und danken den vielen Helfern und Spendern von ganzem Herzen. Ohne sie ging es nicht.
 
Manche Leute meinen, es sei zuviel Aufwand für die paar Tage.
Aber Osten ist unser größtes Fest und:
„DIE STÄRKE DES GEFÜHLS ERKENNT MAN AN DEN OPFERN, DIE MAN DAFÜR ZU BRINGEN BEREIT IST.“

Carl Hofinger

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